Schon früh wusste Marco, dass er mit Holz arbeiten möchte. Er besuchte die HPZ-Schule in Hohenrain und schnupperte danach in verschiedene Berufe hinein. In einer kleinen Schreinerei im Luzerner Seeland entdeckte er schliesslich seine Leidenschaft fürs Handwerk. Der Weg dahin war nicht immer einfach, denn auf Baustellen war das Tempo hoch. Mit seiner Einschränkung konnte er den Druck nicht immer gut bewältigen. Bei Brändi fand er den richtigen Ort, an dem er in seinem eigenen Tempo arbeiten durfte und respektiert wurde. Seit 1994 gehört Marco zum Team der Schreinerei in Kriens. Viele sagen, 31 Jahre seien eine lange Zeit, Marco meint: «Wenn’s passt, dann passt’s.»

Sein Arbeitsplatz ist dort, wo Holz duftet und Maschinen surren. Marco arbeitet unter anderem am Brändi Multi-Boy, einem cleveren Küchenhelfer. Er schätzt die Abwechslung beim Fräsen, Hobeln und Schleifen. «Ich habe mal die Zeit gestoppt: Für neun Stück brauche ich 22 Minuten. Das macht mich stolz.» Maschinen, bei denen er sich unsicher fühlt, darf er meiden. «Ich habe seit klein auf ein Zittern. Bei der Bandsäge habe ich Respekt, das darf ich sagen, und das wird hier verstanden.» Bei jedem Werkstück achtet er auf höchste Qualität. «Ich schaue jedes Holz genau an. Es darf mal ein kleiner Kratzer drin sein, aber insgesamt muss es einfach verheben.
«Holz ist für mich heimelig.»
«Fehler? Die dürfen passieren. Wenn ich etwas korrigieren kann, mache ich das selbst. Ich schätze, dass ich hier eigenständig arbeiten darf. Es gibt keinen Leistungsdruck. Man darf lernen, und das wird akzeptiert.» Qualität bedeutet für ihn vor allem Verantwortung. «Ich überprüfe meine Arbeit immer selbst. Ich will, dass sie gut ist. Es macht einfach Freude, wenn am Schluss alles passt.»

Marco bei der Herstellung vom Brändi Multi-Boy
Den Multi-Boy kennt Marco auch aus dem privaten Gebrauch. Für seine Mutter, deren Hände nicht mehr so stark sind, kaufte er ein Exemplar. So kann sie PET-Flaschen einfach öffnen, ohne Mühe. «Das macht mich stolz, da ich am Produkt arbeite und meiner Mutter das Leben erleichtern kann.» Er liebt ausserdem die praktische Handhabung: der Multi-Boy liegt gut in der Hand, rutscht nicht und lässt sich problemlos verstauen. «So etwas verschenke ich gerne.»
Für Marco ist Respekt ein fester Bestandteil des Arbeitstags. «Wenn ich in die Bude komme, sage ich allen Guten Morgen.»
Auch bei der Arbeit ist Sorgfalt oberstes Gebot. Wenn ihm ein Fehler auffällt, spricht er dies offen an. «Ich will, dass die Qualität stimmt, für den Kunden und für mich.» Marco ist ein echter Teamplayer. «Wir haben einen super Zusammenhalt. Wenn jemand nicht weiter weiss, helfe ich gerne. Probleme werden offen besprochen, das schätze ich.» Besonders schöne Erinnerungen verbindet Marco mit seinem früheren Chef Pius Koch:
«Ich habe mal eine Schraubenuhr gemacht, und bei der Zahl 12 hat es gespalten. Da hat Herr Koch gesagt: Du wolltest doch schon lange eine Schraubenuhr, dann behalt sie! Das war so ein schöner Moment.»
«Wenn ich in die Bude komme, sage ich allen zuerst Guten Morgen.»
Marco ist stolz auf das, was er leistet. «Ich bin froh, dass ich hier arbeiten kann. Ich bin einer, der arbeiten will. Wenn ich durch die Schreinerei gehe und sehe, was ich kann, macht mich das stolz.» Er schätzt den offenen Umgang, auch wenn es gesundheitlich mal nicht rund läuft. Wenn er merkt, dass ein epileptischer Anfall kommt, wird sofort geschaut. «Ich rede offen darüber, das ist mir wichtig. Hier wird aufeinander geschaut.» Marco ist es wichtig, dazuzugehören und mitreden zu dürfen. Deshalb hat er sich im Herbst für den Betriebsrat gemeldet und ist gespannt, ob er von der Abteilung gewählt wird. «Ich möchte dazugehören. Ich merke sofort, ob ich Teil einer Gruppe bin, und bei Brändi fühle ich mich genau so aufgenommen.»
«Ich bin froh, dass ich hier arbeiten kann.»

Rohholz für den Brändi Multi-Boy in der Maschine platzieren
Wenn Marco über seine Arbeit spricht, spürt man die Leidenschaft in jedem Satz. «Holz ist für mich heimelig. Ich liebe den Duft, die Wärme, das Natürliche. Wenn ich im Wald spazieren gehe, denke ich oft: Das ist mein Material.» Er wünscht sich, noch lange bei Brändi bleiben zu können – gesund, zufrieden und mit demselben Stolz, mit dem er jeden Tag an die Werkbank geht. «Ich finde es toll, dass man mich für dieses Interview gefragt hat. So sehen die Leute, wie unsere Produkte entstehen und dass in jedem Stück ganz viel Herz steckt.»